Schon lange spukte mir die Tour „Traumfänger“ auf die Hochalmspitze im Kopf herum. Die letzten Tage mit dem perfektem Wetterbericht und der Tatsache dass mein Arbeitskollege, Unterguggenberger Markus, Urlaub hatte ergaben dann das übrige. Telefonisch haben wir uns noch einmal abgesprochen und entschieden diese Tour miteiner Übernachtung auf der Gießener Hütte durchzuführen und für den Hüttenzustieg das Bike zu benutzen.

Der mit ca. 900 hm ab der Hütte relativ lange Zustieg zur Wand und der ewig lange Abstieg war auch so noch lange genug und wir konnten uns so den langen Talhatscher zum Auto auch noch sparen. Am Dienstag den 13.09.2016 fuhren wir gleich nach Mittag ins Maltatal und weiter in den Gößgraben zum Gößkarspeicher. Von hier erfolgte dann der Hüttenanstieg mit dem Bike bis zur Gießener Hütte. Dort wurden wir bestens versorgt und der Flüssigkeitsverlust war bald wieder ausgeglichen.

Aufgrund des guten Wetterberichtes und der kühlen Temperaturen in dieser Höhe haben wir dann beschlossen nicht zu früh aufzubrechen und sind erst beim Hellwerden gestartet. Eine 2. Seilschaft aus Oberösterreich hatte sich schon lange vor uns mit Stirnlampen auf den Weg gemacht. Diese 2 wollten die alpine Tour auf den Südpfeiler machen und dann vom Gipfel mit dem Gleitschirm ins Tal fliegen. Am Gletscher konnten wir die 2 dann das erste Mal sehen und als wir beim Einstieg waren, haben sie bereits die 2. Seillänge in Angriff genommen. Unsere Tour, der Traumfänger, war gleich daneben und führte entlang von Rissen über Platten durch die 250m hohe Wand.

Die Tour war an den wichtigsten Stellen gut mit Bohrhaken abgesichert. Auf jedem Stand waren ebenfalls 2 Bohrhaken. Zwischen den Haken waren aber schon einige Meter zu klettern und ab und zu haben wir dann doch den einen oder anderen Friend gelegt. Wir kamen relativ schnell voran und waren dann noch vor unseren oberösterreichischen Kollegen am Gipfel. Von dort folgte dann der langwierige Abstieg über die „Steinernen Mandeln“ und über den Steig zurück zur Hütte.

Nach einem kühlen Blonden mussten wir, dank unserer Bikes, nur noch hinunter zum Auto rollen und die Heimfahrt antreten. Wir können diese Tour nur jeden empfehlen, der lange Zustiege nicht scheut. Belohnt wird man mit einer wirklich schönen Klettertour in perfekten festen Gneis und hochalpiner Umgebung. Laut Auskunft eines Bergführers könnte man den oberen Teil über den Detmolder Grat absteigen und dann dort auf den Gletscher abseilen. Von dort über den Gletscher zurück zur Aufstiegsspur, was um einiges kürzer wäre.
(DR)

Daten:
Ausgangspunkt: Gösskarspeicher (1707m)
Stützpunkt: Gießener Hütte (2215m)
Höhe Einstieg: (3100m)
Gipfel: Hochalmspitze (3360m)
Hm gesamt: 1700m
Wandhöhe: 250m
Schwierigkeit: 6a

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